Allgemein-, Viszeral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie
Septische Thoraxchirurgie
Das Pleuraempyem
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Adresse
Universitätsklinikum Frankfurt
Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie
Schwerpunkt für Thoraxchirurgie
Theodor-Stern-Kai 7
Haus 23
60590 Frankfurt am Main
Schwerpunktleitung
Univ.-Prof. Dr. med. Waldemar Schreiner MHBA
T +49 69 - 6301 4976
Pleuraempyem
Ein Pleuraempyem ist eine bakterielle Infektion des Pleuraspalts mit Ansammlung von infizierter Flüssigkeit oder Eiter zwischen Lunge und Brustwand. Am häufigsten entsteht es als Komplikation einer Lungenentzündung, kann jedoch auch nach thoraxchirurgischen Eingriffen, Verletzungen des Brustkorbs oder im Rahmen einer Ösophagusperforation auftreten.
Die Behandlung erfolgt stadiengerecht. Entscheidend sind neben dem klinischen Zustand insbesondere die Ausdehnung und Organisation des Empyems sowie die Entfaltungsfähigkeit der betroffenen Lunge.
Stadien des Pleuraempyems
Das Pleuraempyem entwickelt sich typischerweise über drei ineinander übergehende Stadien:
Stadium I – exsudative Phase
Es besteht eine zunächst freie Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt. Eine gezielte antibiotische Therapie in Kombination mit einer suffizienten Drainage des Pleuraspalts kann in diesem Stadium ausreichend sein.
Stadium II – fibrinopurulente Phase
Durch zunehmende Fibrinbildung entstehen Septierungen und voneinander abgegrenzte Kammerungen. Eine vollständige Drainage ist dadurch häufig nicht mehr möglich. In dieser Phase kann eine operative Sanierung erforderlich werden.
Stadium III – organisierende Phase
Die fortschreitende Organisation führt zur Ausbildung einer festen Pleuraschwarte, welche die Lunge einschließt und ihre Entfaltung erheblich einschränken kann. Zur Wiederherstellung der Lungenausdehnung ist häufig eine operative Dekortikation erforderlich.
Operative Therapie – Infektkontrolle und Wiederherstellung der Lungenentfaltung
Bei einem fortgeschrittenen oder unzureichend drainierbaren Pleuraempyem führen wir die operative Sanierung wann immer möglich minimalinvasiv mittels videoassistierter Thorakoskopie (VATS) durch.
Ziel des Eingriffs ist eine konsequente chirurgische Infektkontrolle (Source Control). Hierzu werden infiziertes Material und Fibrinauflagerungen entfernt, Septierungen eröffnet und Verwachsungen gelöst. Der Pleuraspalt wird vollständig saniert und anschließend gezielt drainiert.
Beim organisierten Empyem erfolgt bei entsprechender Indikation eine Dekortikation der Lunge. Dabei wird die einengende Pleuraschwarte sorgfältig von der Lungenoberfläche gelöst, um eine möglichst vollständige Reexpansion der Lunge zu erreichen.
Bei ausgeprägten oder anatomisch komplexen Befunden stehen auch offene operative Verfahren zur Verfügung. Die Wahl des Zugangs und das Ausmaß der Sanierung richten sich nach dem individuellen Befund.
VAC-Therapie bei komplexen septischen Verläufen
Bei schweren, chronischen oder postoperativen Empyemen kann eine Vakuumtherapie (VAC – Vacuum Assisted Closure) Bestandteil eines mehrzeitigen chirurgischen Behandlungskonzeptes sein.
Nach konsequentem chirurgischem Débridement ermöglicht die kontrollierte Unterdrucktherapie eine kontinuierliche Sekretableitung und unterstützt die schrittweise Sanierung des infizierten Thoraxraums. Das weitere Vorgehen wird anhand des lokalen Befundes und des klinischen Verlaufs individuell festgelegt.
Spezialisierte septische Thoraxchirurgie
Die Behandlung akuter, organisierter und komplexer Pleuraempyeme gehört zu den regelmäßig durchgeführten Eingriffen unseres Schwerpunkts. Unser operatives Spektrum umfasst die thorakoskopische Empyemsanierung, Dekortikation, offene Verfahren sowie die VAC-Therapie bei komplexen septischen Verläufen.
Eine frühzeitige thoraxchirurgische Mitbeurteilung ermöglicht es, das geeignete Therapieverfahren und den optimalen Zeitpunkt der Intervention individuell festzulegen. Ziel ist eine nachhaltige Infektkontrolle bei bestmöglicher Wiederherstellung der Lungenentfaltung und Funktion.
Aspergillome
Ein Aspergillom entsteht durch die Besiedlung einer bestehenden Lungenhöhle mit Aspergillus-Pilzen. Klinisch relevant sind insbesondere wiederkehrende oder stärkere Hämoptysen (Bluthusten) sowie das damit verbundene Blutungsrisiko.
Die operative Therapie kann bei entsprechender Befundkonstellation eine definitive Behandlung ermöglichen. Aufgrund häufig ausgeprägter Verwachsungen und veränderter anatomischer Verhältnisse sind Eingriffe bei Aspergillomen thoraxchirurgisch anspruchsvoll.
Wir behandeln Aspergillome mit dem gesamten Spektrum der Thoraxchirurgie – minimal-invasiv, offen und bei komplexen Befunden auch mit erweiterten thoraxchirurgischen Verfahren.
Die Indikation und das operative Vorgehen werden interdisziplinär und in enger Zusammenarbeit mit anerkannten pneumologischen Expertinnen und Experten für Aspergillomtherapie festgelegt.